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Ich ging in die Küche und holte mir ein Glas Wasser und eine Tafel Schokolade und stellte beides auf dem Wohnzimmertisch ab. Anschließend ging ich in mein Zimmer, holte mir das Buch, an dem ich gerade am Lesen war und machte es mir auf der Couch bequem. Ich schlug mein Buch auf und begann zu lesen. Nach einigen Seiten klingelte das Telefon. Ich legte das Buch zur Seite, griff zum Schnurlosentelefon, dass auf dem Wohnzimmertisch lag und ging dran.
„Ja“, meldete ich mich. Niemand antwortete. Ich konnte nur ein Schnauben hören. „Hallo, wer ist denn da“, rief ich, doch wieder meldete sich niemand. Ich legte auf und nahm mir wieder mein Buch zur Hand. Wieder klingelte das Telefon. Dieses Mal schaute ich auf das Display, aber es wurde keine Nummer angezeigt. „Ja“, meldete ich mich wieder. Aber ich hörte wieder nur ein Schnauben. Jetzt wurde ich wütend. Wollte mich denn hier jemand verarschen? „Wer ist denn da, verdammt“, rief ich nun in den Hörer. Aber ich bekam keine Antwort. Genervt legte ich wieder auf. Ich nahm mein Glas, trank eine Schluck und stellte es gerade wieder auf den Tisch zurück, als das Telefon wieder klingelte. Da auf dem Display wieder keine Nummer erschien, ging ich zwar dran, meldete mich aber dieses Mal nicht. Das Schnauben war zu hören. „Cheyenne, ich weiß, dass du da bist“, hörte ich eine Stimme, die mir nur allzu bekannt war. Schnell legte ich auf. Ich wollte diese Stimme nicht hören. Aber wie konnte er hier anrufen? Er saß doch im Gefängnis. Telefonieren durften sie dort doch nur unter Aufsicht. Und ich konnte mir nicht vorstellen, dass ein Wärter ihm erlauben würde, mich hier zu belästigen. Es klingelte wieder. Ich nahm ab, sagte aber wieder nicht. „Du willst also nicht mit mir reden, was? Du kleines Drecksstück denkst doch wirklich, du bist etwas besseres. Aber das bist du nicht. Vielleicht sollte ich zu dir herein kommen“. „Du... du bist im Gefängnis. Du kannst gar nicht hier sein“, erwiderte ich und Panik machte sich in mir breit. Was wenn er ausgebrochen war? In dem Nachrichten wurde darüber zwar noch nichts berichtete, aber ich hatte sie das letzte Mal am Nachmittag gehört. Was wenn er jetzt hier war? Vielleicht sogar schon im Haus? „Bist du dir da sicher“, fragte er höhnisch. Ich legte auf. Ich wollte nicht mehr mit ihm weiterreden. Panisch stand ich auf und schaute mich in der Wohnung um. Ich schnappte mir aus der Abstellkammer, den Baseballschläger, den Nicolai dort aufbewahrte, sah in jedes Zimmer und versicherte mich, dass auch die Fenster alle geschlossen waren. Wieder klingelte das Telefon. Ich wollte dort nicht mehr dran gehen und ließ den Anrufbeantworter dran gehen. „Na hast du auch überall schön nachgesehen? Ich weiß, dass du jetzt im Wohnzimmer stehst und dich erschrocken umschaust. Ich kann dich sehen“, sagte Steve und legte auf. Er konnte mich sehen? Wie denn? Wir waren im vierten Stock. Stand er vielleicht auf dem Balkon? Aber wie sollte er denn hier herauf gekommen sein? Im Krankenhaus, war es nur die erste Etage und da hatte er eine Leiter. Hier würde ihm eine normale Leiter nicht viel bringen. Es war zu hoch. Trotzdem ging ich mit langsamen Schritten auf die Glasfront im Wohnzimmer zu und betätigte den Schalter, der die Rollläden herunter ließ. So fühlte ich mich doch etwas sicherer. „Was würdest du sagen, wenn ich schon im Haus wäre“, ertönte Steve´s Stimme beim nächsten Anruf auf dem Anrufbeantworter. „Ich komme jetzt die Treppen herauf zu dir“, lachte er und legte auf. Nein, das konnte nicht wahr sein. Er war wirklich hier in diesem Haus? Was sollte ich jetzt nur tun? Ich nahm mir das Telefon und wählte Nicolai´s Nummer. Es tutete einige Male, bis schließlich die Mailbox heran ging. So ein Mist. Bestimmt hatte er das Handy auf tonlos gestellt und bekam es jetzt nicht mit, dass es klingelte. Oder vielleicht hatte er sein Handy im Auto vergessen, oder er konnte im Moment nicht ran gehen. All diese Vermutungen brachten mir im Moment überhaupt nichts. Ich versuchte es noch einmal, aber wieder ging nur die Mailbox dran. Wie hatte er noch gesagt, ich sollte mich melden, wenn etwas ist? Das tu ich doch, aber er geht nicht ran. Ich überlegte, was ich noch tun könnte. Cristobal, war bei ihm. Vielleicht könnte ich ihn erreichen. Ich suchte aus meinen Handy seine Nummer heraus und wählte sie. Doch auch er ging nicht ans Telefon. Stattdessen klingelte es bei uns wieder und der Anrufbeantworter ging ran. „Hast du Angst“, fragte Steve nun. „Ich bin schon in der zweiten Etage. Es dauert also nicht mehr lange, bis ich bei dir bin“. Ich schrie auf. Die Panik tobte in mir. Was sollte ich denn nur tun? Gavin anzurufen, würde nicht viel bringen. Bis er hier wäre, wäre Steve schon längst hier oben. Elle und Carlos. Ja genau. Sie wohnten nur zwei Wohnungen weiter. Mit dem Baseballschläger bewaffnet öffnete ich die Tür und trat heraus. Panisch blickte ich mich um, aber es war niemand zu sehen. So schnell ich konnte, rannte ich zu Elle´s Wohnung hinüber. Ich hoffe nur, dass sie auch da wäre. Ich klopfte wie wild an die Tür. „Elle, Carlos? Bitte macht die Tür auf“, rief ich und klopfte weiter. „Schnell, bitte“, schrie ich verzweifelt und schaute panisch zum Treppenaufgang. Endlich wurde die Tür geöffnet und eine verwirrte Elle schaute mich an. „Chey, was ist denn los“, fragte sie besorgt.
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