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| Müsli - Tagebuch eines Leonbergers |
| Geschrieben von: Sabine Bröckel |
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... da bin ich doch schon froh, ein Vegetarier zu sein, denn mein Salat läuft wenigstens nicht weg, wenn ich ihn zum Zwecke des Verzehrs zu pflücken versuche und vor allem schaut er mich nicht flehentlich an ... Mittwoch, der 02. Dezember 09 Nun war die zweite Nacht vorbei und der dritte Tag hatte begonnen, was in Müslis Übersetzung meiner Worte heißt: „Ich habe gleich früh um halb sieben die Gunst der Stunde genutzt, um Herrchens Bett zu entern, kaum dass der aufgestanden war und mich mit Anka zum Pipi machen rausgelassen und wieder reingelassen hatte und habe dann mit Frauchen noch ein paar Minuten auf der Ehematratze abgehangen ... zumindest bis die merkte, dass nicht das Herrchen, sondern ich, der „Müsliman“ neben ihr liege ...“ Also wurde heute morgen die Bettenbelegung besprochen und nun haben wir uns darauf geeinigt, dass er das Menschenbett dann entern darf, wenn die Tagesdecke drüber liegt und der Sand, der aus seinen Fellfedern an den Beinen fällt, nachdem er ihn draußen auf den Ausläufen der Pferde eingesammelt hat, einfach abends aus der Decke ausgeschüttelt werden kann - Müsli hatte nämlich schon vorgestern entdeckt, dass so ein schlafwarmes Bett, gleich wenn das Herrchen es verlassen hat, um den Hunden eben die Tür aufzumachen, so seine Annehmlichkeiten bietet ... nur dass Müsli es eben mindestens ebenso toll findet, eben diese Morgenpipirunde möglichst unter Berücksichtigung eines Besuches aller Schlammlöcher zu drehen, indem er sie nicht nur durchwatet, sondern auch lustig darin herumhopst, dass ihm das brackige Pfützenwasser bis zum Bauch spritzt ... und entsprechend dekoriert mit lauter Pfotenspuren vom Müsliman sieht danach Herrchens Bett aus oder um es mit der etwas abgewandelten Form des großen Dichterfürsten Goethe zu sagen, dessen Gedicht allerdings mit den Worten begann: Wer nie sein Brot mit Tränen aß: „... wer nie sein Brot im Bette aß, weiß nicht wie Krümel pieken“ - und wer nie einen Müsli im Bett hatte, weiß nicht wie viel Sand er mit sich herumträgt, der - kaum dass er getrocknet ist, exakt dort von ihm endgelagert wird, wo er sein Lager aufschlägt. ... eine weitere Regel wurde gestern für das Telefon aufgestellt - nämlich: wenn Frauchen spricht, dann soll der Hund nicht singen. Nun muss ich vielleicht zwei Dinge zum besseren Verständnis vorausschicken: Erstens - Müsli ist eigentlich ein sehr ruhiger und stiller Hund, den ich noch nicht einmal bellen hörte, aber dafür beherrscht er es, wenn er sich zu Wort meldet, die ganze Tonleiter hoch und wieder runter zu musizieren, indem er mit einem Brummton irgendwo beim tiefsten Bass beginnt und sich dann bei Nichtbeachtung zu einem trillernden Tremolo steigert, das so ein bisschen an ein rostiges Türschloss erinnert, welches ganz langsam geöffnet wird – also die Form eines Geräusches, bei dem man Zahnschmerzen bekommt oder wenigstens eine Gänsehaut. Nichtbeachtung führt dann zu Punkt zwei – denn: Müsli ist der Meinung, dass wenn der einzige Vorteil seines Umzugs zu uns darin zu liegen scheint, dass sich sein Rudel deutlich verkleinerte und er damit näher in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit seiner Menschen rückt, die er nun nur noch mit einer Hündin teilen muss, er dieser Tatsache ein besonderes Augenmerk widmen sollte, was wiederum bedeutet: Müsli fordert eben diese Aufmerksamkeit und das am liebsten ungeteilt. Nicht dass er mit seinem bärigen Charme und seinem freundlichen Wesen nicht sowieso erreicht, kaum dass er seinen Riesenkopf auf meinen Oberschenkel legt, um mich ab und an daran zu erinnern, dass dieses Getippse ja nun nicht alles sein kann, was einen Menschen glücklich macht, sondern er zu dem Zweck bei mir neben dem Schreibtisch Lager bezieht, um mir die wahren Freuden des Lebens, also einen Hund zu streicheln – in dem Fall natürlich nicht Anka, sondern ihn, den „Müsliman“ – nahe zu bringen. Unsere Zweisamkeit in den Stunden, in denen ich schreibe und er als überdimensionierter Schreibtischvorleger der Dekoration meines Büros und der Einhaltung meiner Pausen zur Bespaßung des Hundes dient, scheint also ungetrübt ... ja, wäre da nicht das Telefon, dieser schwarze Plastikknochen, dem Frauchen – würde man mal den Hund nach seiner Meinung fragen - viel zu viel Aufmerksamkeit widmet, wenn sie mit ihm spricht. Dass Müsli sich nun also überlegte, dass man solcherlei sinnlosem Treiben am besten schon in den Anfängen einer Hund-Mensch-Beziehung einen Riegel vorschiebt, indem man der Menschenfreundin unter diskreten Hinweisen in Form von Hundegesang, klar macht, dass die Ansprache an totes Material keinesfalls Not tut, solange ein quicklebendiger Zuhörer da ist, spricht also für seine Intelligenz – die Töne, die er dabei von sich gibt, sprechen allerdings für sein außergewöhnliches musikalisches Talent und variieren je nach Länge des Telefonats – was heißt: Je länger ein Anrufer meine Zeit in Anspruch nimmt, die der „Müsliman“ als die seine betrachtet, desto lauter und höher werden die Oktaven die er anstimmt. Nun bin ich kein Freund von Verboten und Dogmen, die einzuhalten ich mich schwer tue. Vielleicht liegt darin auch meine Liebe zum Trakehner Pferd begründet, denn wie sie folge ich der feinen Hilfe und der zarten Zügelhand ohne Widerspruch und Wehrhaftigkeit, aber wie sie lasse ich mich auch nicht von Sporenstich und Gertenhieb in eine Richtung treiben, die nicht meine ist ... in meiner Trakehner Sattel darf man sich immer als willkommener Gast fühlen, wenn man sich höflich und freundlich wie einer benimmt und sich für die Gastfreundschaft bedankt, aber wer glaubt, als Herrscher auf ihrem Rücken Platz nehmen zu dürfen, der wird rasch merken, dass er dann umgehend wieder auf den eigenen Beinen unterwegs ist und zu Fuß nach Hause gehen muss. Für ein Tier die Verantwortung zu übernehmen bedeutet, darauf zu achten, dass sein Wohlbefinden gewahrt wird und ich möchte mich der Worte von Fredy Knie senior sinngemäß bedienen, wenn ich schreibe, dass wir dem Tier die Freiheit nehmen und es unsere Pflicht ist, sie ihm durch Freude an der Arbeit zu ersetzen. Arbeit bedeutet beim Pferd, das es geritten wird, beim Hund ist es vielleicht der Schutzdienst, wobei ich auf die Arbeit mit Hunden eigentlich wenig Wert lege und ihre Lebensbegleitung ausschließlich als Freund genieße, von ihnen also keine Funktion erwarte, die ihr Dasein rechtfertigt und auch unsere Pferde haben ihre Berechtigung bei uns zu sein und mit uns zu leben keinesfalls verloren, wenn sie nicht mehr geritten werden können, aber egal, welche Aufgabe das Tier in unserem Leben übernehmen soll und welche Rolle es spielen wird - am Anfang steht die Erziehung zum harmonischen Miteinander, was bedeutet, dass das Tier die Regeln kennen und einzuhalten lernt, die wir aufstellen. Ich gehöre nun zur Fraktion derer, die den gewaltlosen Umgang mit dem Tier protegieren und somit bin ich der Meinung, dass der erste und wichtigste Schritt nun sein muss, gegenseitiges Verständnis zu schaffen, aus dem gegenseitiges Vertrauen und Liebe wächst. Wenn ein Japaner und ein Franzose sich begegnen, dann werden sie weder mit der französischen, noch mit der japanischen Sprache eine Basis finden, sich zu unterhalten, aber wenn sie beide die englische Sprache sprechen, dann kann sich daraus ein freundliches und für beide Seiten interessantes Gespräch entwickeln. Auch Tiere sprechen nicht unsere Sprache ... und wir nicht die ihre und so ist es eben wichtig, eine gemeinsame Sprache zu finden, die uns die Möglichkeit gibt, dass wir uns gegenseitig verstehen und einander unsere Wünsche formulieren können. Oft aber erwartet der Mensch, dass das Tier zwar seine Menschensprache lernt zu verstehen und umzusetzen, doch ist er keinesfalls die Möglichkeiten der Verständigung, welche dem Tier gegeben sind, bereit zu erlernen ... man hat es eben als Krone der Schöpfung Gottes nicht immer leicht an der Spitze der Nahrungskette zu stehen und dabei nicht zu vergessen, dass wir eigentlich als einziges Lebewesen auf der Erde der Evolution standhaft trotzten und so ganz ohne Auto, Supermarkt, Heizung, Strom, warmes Wasser und die vier schützenden Mauern unseres Zuhauses ziemlich verloren wären ... zumindest die meisten spätestens dann, wenn wir gezwungen sein würden, unsere Nahrung zu erlegen – da bin ich doch schon froh, ein Vegetarier zu sein, denn mein Salat läuft wenigstens nicht weg, wenn ich ihn zum Zwecke des Verzehrs versuche zu pflücken und vor allem schaut er mich nicht flehentlich an. So vertrete ich eben die Meinung, dass wir alle, die wir vom Himmlischen erschaffen wurden, aus der gleichen Seelenschatulle stammen, nur dass wir uns eben ein anderes Körperkleid anzogen und in ein anderes Bewusstsein schlüpften – aber schlussendlich sind wir alle ein Teil Gottes und keines ist besser oder schlechter als das andere. Woher nehmen wir Menschen uns also das Recht und die Dreistigkeit, uns ohne Respekt vor Gottes restlicher Schöpfung als ihr Herrscher zu fühlen und sie zu erniedrigen als „Sache“? Nein, ich werde nicht versuchen, die Welt zu verbessern, aber vielleicht in ihr einen Ort zu schaffen, an dem die Tiere, die uns begleiten, als Freunde behandelt werden und nicht als Sklaven, die uns unsere Wünsche erfüllen müssen, ohne dass wir uns darum bemühen, ihnen auch ihre zu erfüllen - das ist mein Bestreben. Und nun führt mich diese Betrachtung zurück zu Müsli, mit dem ich gerade eine gemeinsame Basis der Verständigung suche, denn dem Ideal – dem geistigen Austausch der Information auf mentaler Basis von Gedanken – sind wir leider noch nicht unbedingt sehr nah gekommen, aber wir arbeiten daran. Bis dahin versuche ich Kompromisse zu finden, mit denen wir beide gut leben können und dazu gehört gerade jetzt, dass ich Verständnis für die besondere Situation mit der läufigen neuen Gefährtin aufbringe, aber trotzdem abgrenze, wenn seine Triebe den Verstand überlagern und man ihn ein wenig vor seinen unbefriedigten Hormonen schützen muss. Natürlich braucht der arme Junge gerade jetzt viel Trost, denn die heiße Hündin vor der Nase und die leckeren Düfte darin, das ist schon ein Härtetest der ganz speziellen Art. Für den gestressten Buben ist das befolgen der Regeln da natürlich eine ziemlich erschwerte Bedingung, um uns zu beweisen, dass er sich um eine gemeinsame Sprache bemüht, die wir alle verstehen. Also versuche ich es mit Ablenkung, was eigentlich auch funktioniert und gehe mit ihm hopsen ... im Prinzip hopst aber nur er und ich renne mit dem „Knuddel“ – einem alten verknoteten Frotteetuch – vorneweg und wenn wir dann beide außer Puste sind – auch hier: ich deutlich schneller als er – dann wandern wir erschöpft zurück ins Haus, machen es uns wieder im Büro bequem und er fällt in einen komaähnlichen Zustand ... zumindest für die nächsten 30 Minuten – es sei denn ich beuge einer Unterzuckerung vor und esse etwas, denn dann erinnert er mich daran, dass wir unser Leben ja eigentlich teilen wollten und teilen umfasst eben auch die Nahrungsaufnahme. Müslis Leidenschaft sind Bananen und mir bleibt nur zu hoffen, dass er bei dem was er mir schmachtend abbettelt, nicht zum Affen mutiert und auf die Bäume klettert, denn im erklimmen aller höheren Orte hat er es bereits zur Meisterschaft gebracht und so fehlen ihm jedwede Bedenken seine 72 Kilo Kampfgewicht auf die Eckbank zu wuchten oder zumindest mit den Vorderpranken auf meine Oberschenkel zu stehen, wenn er der Meinung ist, dass ich auf meinem Schreibtischstuhl sicher noch ein Plätzchen für den Hund freimachen kann ... denn auch das gehört zu seiner Vorstellung vom Teilen, dass ich eben alle meine Orte auch zu seinen erkläre und wenn ich das versäume zu machen, dann kümmert er sich da auch mal gerne selbst darum. Nun höre ich schon alle Hundeexperten im Geiste mit mir schimpfen und ich sehe sie vor meinem geistigen Auge die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil ich es schaffe, alle erzieherischen Maßnahmen, die je bei ihm Früchte trugen, mit einem erziehungstechnischen K.O -Schlag zu vernichten ... ich bin mir dessen bewusst und trotzdem funktioniert unser Miteinander ausgesprochen gut, wenn man davon absieht, dass ich mich nun eben damit abgefunden habe, dass ich seit kurzem – also um genau zu sein, seit Müsli bei uns einzog – permanent einen nassen Fleck in Höhe meiner Oberschenkel auf meinen Jeans habe, weil Müsli es schafft, seinen massigen Kopf so hingebungsvoll sabbernd auf mein Bein zu legen, während ich Ansprachen an ihn halte und seine seidenweiche Stirn streichle, dass der Stoff meines Beinkleides nach jeder unserer Kuschelorgien zumindest einseitig durchweicht ist. Aber mal ehrlich: ist das nicht ein kleiner Preis dafür, dass er mein Leben kurzerhand um viele, viele Qualitätspunkte verbesserte? Natürlich ist seine Größe nicht immer so kompatibel mit der Höhe unseres Mobiliars und dass er ohne sich zu recken seine Schnauze auf die Granitabdeckplatte der Küche legen kann, führt natürlich bei weniger hundebegeisterten Menschen als mir sicher zu einem Gefühl des Ekels oder gar Brechreiz, weil Müsli natürlich wie eine riesige Schnecke überall eine Schleimspur hinterlässt, aber hier regt sich keiner darüber auf und wer in Zukunft bei uns zum Essen eingeladen wird, der kann sich ja auch vorher überlegen, ob er damit leben kann, dass an der Stelle, wo ich den Pizzateig knetete, vielleicht auch Müsli mal nach dem Rechten kuckte, aber ich möchte auch hinterherschicken, dass ich die Hygieneansprüche „normaler“ Menschen durchaus zumindest insofern erfülle, dass ich, wenn ich sehe, dass Müsli seine Spuren irgendwo hinterließ, sie mit einem Lappen und Spülmittel beseitige. Ebenso wie ich nun immer ein hellblaues Microfasertuch in der Tasche stecken oder auf dem Schreibtisch liegen habe, um mal eben unter Müslis Kinn „sauber zu wischen“, denn nachdem er sich ein paar Mal geschüttelt und seine Sabberfäden durchs Büro geschleudert hatte und unser Nixikind sich beschwerte, dass an ihrer Schulmappe weiße Schlieren klebten, versuche ich mit meinem hellblauen Läppchen den Familienfrieden zu wahren, damit keiner sich über den „Müsliman“ beschweren kann und der feuchte Fleck, wo ich die Schokoladenreste aus dem Teppich rieb, die er hinterließ, als er kostete, ob er Lebkuchen mit Schokoglasur mag (mag er), trocknet auch ohne Spuren ... und nein, Müsli hat sich das Gebäck keinesfalls gestohlen, sondern eben nur darauf bestanden, an allem Anteil zu haben, was ich lecker finde und es sich mit schmachtendem Blick erbettelt. Man füttert den Hund nicht vom Tisch und gibt keiner Bettelei nach – auch das weiß ich, aber nachdem er heute das erste Mal schlechter fraß, weil ihm das Rüchlein des duftenden Hundemädchens den Sinn für die gewichtserhaltenden Maßnahmen raubte, war ich über jedes Häppchen froh, das er annahm. Gewiss kann man sich streiten, ob es Not tut oder nicht sogar ungesund ist, einem Hund ein Stück Schokolebkuchen zu füttern, aber erstens war es wirklich nur ein ganz kleines Stück und zweitens steht so etwas auch nicht täglich auf Müslis Speisezettel, denn ansonsten fraß er das, was in seinen Napf wanderte und wo bislang auch ausschließlich „Hundefutter“ drauf stand oder höchstens mal ein Stück Brot, weil bei uns die Anka-Regel herrscht, dass die erste Scheibe immer dem Hund gehört. Wer zum Zerteilen des Brotlaibes eine Schneidemaschine benutzt, der kann sich auch nicht eben heimlich bedienen, ohne dass Anka das merkt und so kommt sie, egal wo sie vorher war, auch sofort in die Küche geeilt, sobald das Surren des Motors hörbar wird und dass wir Müsli nicht verweigern, was wir Anka gestatten, das ist selbstverständlich und so sind es eben nun zwei Scheiben, die vom Laib fehlen und bei den Fellseelen landen. Während aber Anka ihr Scheibchen immer sehr damenhaft genießt und Stückchen davon abbeißt, bevor sie sie sorgsam kaut und schluckt, schüttelt Müsli die „Beute“ erst mal tot. Hat er die Reste der Brotscheibe, die ihm beim „um die Ohren fliegen“ nicht abhanden gekommen sind, dann endlich nachweislich erledigt, werden sie säuberlich in ihre Bestandteile zerkrümelt und dann aufgeleckt. Ansonsten ist er aber eher von der Sorte, welche die Futterluke aufreißt und schluckt, was hineingeworfen wird ... Nixikind verglich ihn bereits mit einem Wal in der Wassergetiershow, der nach jedem Reifensprung einen Fisch in den geöffneten Rachen geworfen bekommt und ganz unrecht hat sie nicht, denn so lächerlich wie das Fischlein im Walschlund wirkt, sieht jedes Häppchen aus, das in Müslis Maul verschwindet. Doch so riesig der „Müsliman“ ist, so klein ist das Hasenherz, das in seiner Brust schlägt und schon wieder erinnert er mich an Joe, den löwenmähnigen Schäferhundjungen, dessen Mut auch vergleichbar mit dem eines Kaninchens war ... sicher ist auf jeden Fall, das Müslis Gehör keinen Schaden durch Ankas Gekreische nahm, als sie ihm am ersten Tag die Ohren im Stakkato voll bellte, denn dass er sehr gut hört, weiß ich seit ich die Waschmaschine und den Trockner in seinem Beisein einschaltete. Auf Müslis Geräuschempfindlichkeit im Bezug auf den Staubsauger wurden wir schon gleich vorgewarnt und auch darauf, dass er ein echtes Weichei beim Tierarzt zu sein scheint, aber dass ich ihn mit dem Brummen des Wäschetrockners in die Flucht schlagen würde, damit hatte ich nicht unbedingt gerechnet und selbstverständlich habe ich ihn getröstet und ihm die Haushaltsgeräte erst einmal persönlich als freundliche Helfer vorgestellt, von denen keine Gefahr ausgeht ... zumindest nicht für die Hunde und auch nicht, wenn die Waschmaschine nicht gerade mal wieder ausläuft und das Bad in ein „Schwimm-Bad“ verwandelt. Ein Vorteil entsteht aber durch Müslis Abneigung gegen die summenden und brummenden Motorengeräusche der Waschmaschine und des Trockners, denn weil die im Badezimmer stehen, meidet er nicht nur den Raum an sich, sondern seit seiner schockierenden Begegnung mit dem Lärm der Maschinen auch, aus der Toilette - die darin leider immer wieder mit geöffnetem Deckel auf den nächsten Gast und die nächste Sitzung wartet – zu trinken – zu Joes Zeiten war nämlich meine größte Sorge, dass der sich mal mit Klorix vergiften könnte, weil auch er jede Gelegenheit einer geöffneten Klosettschüssel dazu nutzte, darin seinen Durst zu stillen. |
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